Jahresrückblick 2025: Mein Depot, die höchsten Ausschüttungen & neue Ziele

Ich bin zurück – nach 2 Monaten Elternzeit, in denen der Blog ruhen musste möchte ich nun das Jahr revue passieren lassen und auf das vor uns liegende 2026 blicken.

Das Börsenjahr 2025 war geprägt von wirtschaftlicher Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und spürbaren Währungseffekten – kein einfaches Umfeld für langfristige Investoren. Für mich persönlich stand das Jahr zusätzlich im Zeichen der Elternzeit, weshalb der Fokus weniger auf hohem Depotwachstum lag. Das Depot selbst ist nur moderat gewachsen, doch genau hier zeigt sich die Stärke meiner Strategie: Die Dividenden sind stabil geflossen und weiter gewachsen. Dieser Jahresrückblick auf Dividendenfarm.de zeigt, warum kontinuierliche Ausschüttungen auch in ruhigeren Phasen das Fundament meines langfristigen Vermögensaufbaus bleiben.

“Erfolgreiches Investieren erfordert vor allem eines: die Fähigkeit, nichts zu tun.”

John Bogle

Dennoch möchte ich prüfen, ob ich meine Ziele erreicht habe und für das bevorstehende Jahr 2026 selbstverständlich wieder eine klare Strategie mit messbaren Zielen festlegen.

Dividenden

369 € Wachstum gegenüber 2024

Mit Stand 31.12.2025 sind 5.791 € an Dividenden auf meinem Verrechnungskonto eingegangen. In vorangegangenen Jahr waren es 5.412 €. Das am Ende des Jahres prognostizierte Monatseinkommen ist um etwa 30 € auf 534 € gestiegen.

In Summe sind meine Einnahmen – so wie in 2024 – um 7 % gestiegen. Das ist viel zu wenig, wenn man berücksichtigt dass ich das Depot alleine durch Investitionen um 5 % vergrößert habe. Die Ursache dafür sehe ich zum einen im Wechselkurs EUR/USD, aber dazu später mehr. Etwas positives: Ein neuer Rekord wurde im Mai aufgestellt: Mit 259,64 € von Allianz habe ic h 2025 die höchste Dividende überhaupt erhalten.

330 erhaltene Dividenden
insgesamt 5.781 € (nach Steuern) in diesem Jahr
das macht 15,84 € pro Tag.

Die größte einzelne Dividende waren 260 € von der Allianz.

Die höchsten Ausschüttungen auf Jahressicht lieferte Ares Capital mit 375 €.

Der stärkste Dividendenmonat bisher war Mai 2025 mit 972 € Dividenden.

Niedrigere Ausschüttungen durch schwachen Dollar

Ein stark negativer Einfluss dieses Jahr waren die Währungseffekte bei Aktien, welche die Dividenden in US-Dollar ausschütten. Alleine von Ende 2024 bis Ende 2025 senkt dieser Effekt meine US-Dividenden um 8 %. Davon ist die Hälfte meiner Dividenden betroffen. In der nachfolgenden Grafik ist das nochmal exemplarisch für 100 USD im Verlauf der letzten Jahre dargestellt.

Positiv ist dagegen: Der starke Euro sorgt zwar für niedrigere Dividenden, aber auch für niedrigere Preise wenn man in Dollar gehandelte Waren kauft. Whiskey, Jeans, Cowboyhüte – oder ein paar US-Aktien – kosten uns also weniger Euro. Daher werde ich weiterhin qualitativ hochwertige US-Aktien kaufen. Idealerweise ist der Effekt nur temporär und Dollar und Euro nähern sich zukünftig wieder an. Genau vorhersagen lässt sich das aber natürlich nicht.

Wachstum der Dividenden ist das Fundament meiner Strategie

Bei meinem mittlerweile erreichten Depotvolumen ist die wichtigste Kennzahl für wachsende Ausschüttungen nicht das Geld, das ich monatlich investiere. Vielmehr ist es die Steigerung der Dividenden meiner bereits vorhandenen Wertpapiere. Daher habe ich mir einmal genau angesehen, wer dieses Jahr seine Ausschüttungen besonders stark gesteigert hat.

PlatzAktieWährungSteigerung
1Itochu JPY25,00%
2Novo NordiskDKK18,63%
3Deutsche TelekomEUR16,88%
4Münchner Rück EUR11,67%
5Iberdrola EUR10,91%
6SiemensEUR10,64%
7MicrosoftUSD10,39%
8RWE AGEUR10,00%
9NextEra Energy USD9,71%
10Prologis USD9,38%
11China EverbrightHKD9,09%
12Waste ManagementUSD8,00%
13VeoliaEUR8,00%
14Procter & GambleUSD7,20%
15DBS Group SGD7,14%
16PepsiCoUSD7,06%
17AllianzEUR6,52%
18China MobileHKD5,78%
19AbbVieUSD5,65%
20Coca-ColaUSD5,22%
Tabelle: Steigerung der Dividenden meiner Aktien in 2025 (Top 20)

Die vier ETFs in meinem Portfolio verzeichnen zwar nicht unbedingt die stärksten Wachstumsraten der Dividenden, aber sie konnten allesamt die Ausschüttungen erhöhen. Das sorgt für Stabilität und ist bemerkenswert, denn die Ausschüttungen waren bereits auf einem hohen Niveau.

PlatzETF NameWährungSteigerung
1VanEck Morningstar DM Dividend Leaders EUR+6,06 %
2JPMorgan Global Equity Premium Income (JEPG)USD+6,90 %
3iShares World Equity High Income ActiveUSD+8,00 %
4WisdomTree Emerging Markets Equity Income USD+4,23 %
Tabelle: Steigerung der Ausschüttungen meiner ETFs in 2025

Das Depot

Depotwert ist konstant geblieben

183.116 € (+ 4,5 % YTD)

gegenüber

175.221 € am 31.12.2024

Das ist wohlgemerkt nicht die Wertsteigerung/Rendite sondern die reine Entwicklung des Depotwertes auch inklusive des neu investierten Geldes. Über Sparpläne habe ich dieses Jahr etwa 9.000 € investiert, sodass der Wert tatsächlich sogar leicht gesunken ist. Dagegen ist nachfolgend die tatsächliche, zeitgewichtete Rendite (inklusive Ausschüttungen) in den jeweiligen Monaten dargestellt:

JanFebMarAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
3,4 %2,6 %-3,8%-5,2 %2,3 %-1,5 %2,8 %0,8 %-1,4 %2,5 %2,0 %2,1 %

Kennzahlen

Ich habe bis heute insgesamt 31.501 € Dividenden aufgeteilt auf 1.804 Zahlungen seit Start des Projektes in 2017 erhalten. Die Dividendenrendite bezogen auf meinen Kaufkurs («Yield on Cost») liegt bei 5,64 %.

Tops und Flops 2025

Die drei besten Aktien dieses Jahr kommen alle aus Deutschland. RWE profitierte von positiven Ergebnissen, bestätigten Prognosen, einem Einmaleffekt aus dem Verkauf eines Data-Center-Projekts und hohen Investitionen in erneuerbare Kapazitäten – das hat die Aktie deutlich unterstützt. E.ON glänzte durch ein starkes Netz-Geschäft sowie steigende Investitionen in den Netzausbau und Digitalisierung, was zu stabileren Erträgen führte. Die Deutsche Post zeigte in mehreren Quartalen besser als erwartete operative Ergebnisse, profitierte von Preisdisziplin, Effizienzsteigerungen und stabiler Nachfrage im globalen Versand.

2025 waren Novo Nordisk, Gladstone Capital und Target meine schlechtesten Aktien, weil fundamentale und marktseitige Probleme ihre Performance stark gedrückt haben. Novo Nordisk verlor massiv an Wert, weil das Unternehmen wiederholt seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2025 nach unten korrigieren musste, der Wettbewerb im GLP-1-Medikamentenmarkt mit Eli Lilly zulegte und die Nachfrage nach Wegovy/Ozempic schwächer als erwartet ausfiel – trotz kurzzeitiger Erfolge mit der neuen Abnehmpille.

Finanzielle Unabhängigkeit bis 2035

Ziele dieses Jahr erstmals verfehlt

Der ursprüngliche Plan zur finanziellen Unabhängigkeit bis 2025 basierte auf mehreren Annahmen, die dauerhaft erfüllt werden mussten. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte, die im Zeitverlauf schwanken können: Einzelne Jahre können über oder unter den Zielwerten liegen, was sich langfristig teilweise ausgleicht.

Die zugrunde liegenden Parameter waren:

  • 750 € monatliche Investition neuen Kapitals
  • Reinvestition aller Dividenden
  • 5 % Dividendenrendite bei Investition
  • 10 % Dividendenwachstum

Dass diese Annahmen sehr ambitioniert waren, zeigt sich erstmals deutlich im aktuellen Jahr. In der Vergangenheit konnte ich meine Jahresziele dennoch erreichen – auch ohne konsequente Einhaltung aller Parameter. Möglich war das vor allem durch zusätzliche Einmalinvestitionen, die über den ursprünglichen Plan hinausgingen.

Fortschreibung meiner Zielplanung

Um diese Entwicklung realistischer abzubilden, habe ich versucht den aktuellen Weg in einem zweiten, konservativeren Szenario abzubilden:

  • 500 € monatliche Investition neuen Kapitals
  • Reinvestition aller Dividenden
  • 4,5 % Dividendenrendite bei Investition
  • 7,5 % Dividendenwachstum

Im nachfolgenden Diagramm sind nun sowohl das Planszenario, als auch das aktuelle Prognose-Szenario dargestellt. Auch wenn die Abweichung aktuell nur gering ist, wirkt sich der Unterschied in der Zukunft sehr deutlich aus.

Darstellung: Dividendeneinkommen Plan vs. Ist vs. Prognose

In einem Jahr werde ich die Zielerreichung wieder betrachten und dann die das Prognose-Szenario bei Bedarf anpassen.

Meine Ziele für 2025 habe ich fast alle erreicht

Einkommen und Sparplan

  • Ein Dividendeneinkommen von monatlich 550 € erreichen ✗ nicht erreicht
  • Monatlich 550 € per Sparplan reinvestieren ✔ erreicht (550 €)
  • Monatlich 75 € per Sparplan neu investieren ✔ erreicht (200 €)

Investitionen

  • Ausbau von 2 ETFs als größte Investitionen im Depot ✔ erreicht
  • Nicht-zyklische Aktien (z.B. PepsiCo, P&G, Coca Cola) ✔ 5.000 € in PepsiCo investiert
  • Ggf. vereinzelte, geringe Anti-zyklische Investitionen (z.B. Rio Tinto, DHL) ✔ 1.200 € in Rio Tinto investiert + Sparplan gestartet
  • Itochu ✔ Investition per Sparplan begonnen, 13 % Performance
  • Main Street Capital ✗ nicht gekauft, da Bewertung nicht attraktiv
  • W.P.Carey ✔ Investition per Sparplan wieder aufgenommen

Die Strategie und Ziele für 2026

Einkommen und Sparplan

  • Stabilität durch Diversifikation: Die ausschüttenden ETFs haben sich dieses Jahr als Stabilitätsanker bewährt. Daher möchte ich zum einen den VanEck MS DM Dividend Leaders ETF weiter ausbauen. Idealerweise erreiche ich bei diesem in 2026 eine Investitionssumme von 10.000 €.
  • Struktur durch Zielgrößen: Zur besseren Übersichtlichkeit und Ausrichtung meines Depots habe ich Zielgrößen für einzelne Aktien definiert. Erreichen konnte ich bereits meine Investitionsziele von genau 5.000 € in Allianz, Ares Capital, PepsiCo, PingAn und Healthineers. Im nächsten Jahr erreichen möchte ich als nächstes:
    • 5.000 € in Unilever
    • 2.500 € in Iberdrola
    • 2.500 € in Infosys
    • 2.500 € in den Emerging Markets ETF
  • Cash is King – 600 € Dividenden pro Monat: Ich möchte monatliche Dividenden in Höhe von 600 € erhalten. Die Steigerung setzt sich aus Dividendensteigerungen, Neuinvestitionen in Höhe von ca. 9.000-10.000 € und optional Währungseffekten zusammen.
  • Mindestens 200 € monatlich per Sparplan: Ich weiß nicht was 2026 für mich bereit hält und wieviel ich jeden Monat zurücklegen kann. Mein Ziel ist es, monatlich mindestens 200 € investieren zu können.
  • Energie und Infrastruktur: Stabile Erträge und Wachstumschancen zu verbinden ist eine Herausforderung. Durch den KI-Hype wird aktuell von einer stark steigenden Nachfrage nach Strom ausgegangen. Die Gewinner sind (erneuerbare) Energieversorger und Netzbetreiber. NextEra Energy schaffte es beispielsweise seit 30 Jahren die Dividende zu steigern. Die letzten Jahre durchschnittlich um 10 % jährlich. Einsteigen möchte ich zusätzlich in den Bereich Infrastruktur. Hier könnte die Baubranche das Wachstum und beispielsweise das Konzessionsgeschäft stabile Erträge liefern. Erste Ideen habe ich schon und werde diese zeitnah näher analysieren.
  • Zusätzlich setzen auf Erholung der Immobilienbranche (Prologis, W.P. Carey) und möchte meine Positionen in den REITs Prologis, W.P. Carey und American Tower weiter ausbauen.

Zum Abschluss hoffe ich, dass ihr auf ein erfolgreiches Börsenjahr 2025 zurückblicken könnt und sowohl finanziell als auch privat zufrieden seid. Nicht jede Entscheidung ist immer ein Volltreffer, aber genau daraus entsteht langfristig Erfahrung, Disziplin und ein solides Depot. Vielen Dank, dass ihr mich und meine Dividendenfarm begleitet habt – ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit euch Schritt für Schritt weiter am Vermögensaufbau zu arbeiten.

Nils

DISCLAIMER

Keine Anlageempfehlung; Keine Gewähr für die Richtigkeit der dargestellten Informationen. Wie im Artikel geschildert, halte ich selbst Aktien von den beschriebenen Unternehmen. Ausführlicher Disclaimer: Hier

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