Gastartikel: Der kluge Umgang mit fixen und variablen Kosten

Der nachfolgende Artikel stammt von meinem Namensvetter Nils R√∂wer. In diesem Artikel erkl√§rt er, wieso es wichtig ist seine Fixen und variablen Kosten nicht nur im Blick zu haben, sondern auch zu optimieren. Auf seine Website gibt es obendrein ein super Tool um das erlernte gleich in die Tat umzusetzen ūüôā Viel Spa√ü beim Lesen!

Ich packe meinen Rucksack und nehme … mit

Hey, mein Name ist Nils R√∂wer. Ich bin 26 Jahre alt, habe vor kurzem meinen Master abgeschlossen und arbeite bei der Universit√§t Oldenburg. Seit fast 5 Jahren interessiere ich mich riesig f√ľr das Thema Finanzen und insbesondere daf√ľr, wie junge Menschen finanziell intelligent handeln k√∂nnen, um ein finanziell erfolgreiches und sorgenloses Leben f√ľhren zu k√∂nnen. 

In diesem Artikel m√∂chte ich √ľber ein, meiner Meinung nach, ganz wichtiges Thema schreiben. Das Thema ist Deine finanzielle Flexibilit√§t. Unter ‚Äěfinanziell flexibel zu sein‚Äú verstehe ich, dass ich in der Lage bin, auf sich (in Teilen auch schnell) √§ndernde finanzielle Gegebenheiten reagieren zu k√∂nnen. Was passiert, wenn ich einmal schnell Geld f√ľr eine Investmentm√∂glichkeit ben√∂tige oder wenn ich in einen finanziellen Engpass gerate? Nicht nur f√ľr Unternehmen ist es √ľberlebenswichtig, finanziell flexibel zu sein. √Ąhnlich wie bei einem Unternehmen gehst Du nicht bankrott, weil Du hohe Schulden hast, sondern weil Du kein Geld mehr hast, mit dem Du Deine Zahlungsverpflichtungen zur√ľckbezahlen kannst. Das klingt erst einmal paradox. Lass es mich erkl√§ren. Viele Menschen haben Schulden f√ľr die Finanzierung ihres Eigenheims aufgenommen. Das ist an sich erst einmal unproblematisch. F√ľr die Schulden zahlen diese Personen R√ľckzahlungsraten f√ľr die Tilgung und die Zinsen (Kreditraten). Erst wenn die Personen kein Geld mehr haben, ihre Kreditraten zu bezahlen, bekommen sie Probleme. Eine Person kann also Schulden in H√∂he von mehreren Millionen Euro haben. Solange sie ihre Kreditraten p√ľnktlich bezahlen kann, ist grunds√§tzlich alles in Ordnung. Die Schulden sind also nicht das Problem, sondern die Zahlungsunf√§higkeit. Deshalb hat es h√∂chste Priorit√§t, immer Geld zu haben. 

Du und ich; wir sollten also immer Geld haben. Wie es uns gelingt, immer Geld zu haben, schauen wir uns jetzt einmal an.

Du kennst doch sicherlich das Spiel: ‚ÄěIch packe meinen Rucksack und nehme ‚Ķ mit‚Äú. Vielleicht kennst Du das Spiel auch in der Form, dass man einen Koffer packt. Das Spielprinzip bleibt das Gleiche. Jetzt fragst Du Dich wahrscheinlich, was dieses Spiel mit Deinen Finanzen zu tun haben soll oder wie es Dir erm√∂glichen soll, konstant Geld zu haben. Das kann ich gut verstehen und werde es Dir erkl√§ren.

Der Rucksacktr√§ger des Spiels ist eine bemitleidenswerte Gestalt. Lauter Dinge werden ihm in seinen Rucksack gelegt und machen diesen schwerer und schwerer. Der Rucksack wird zu einer richtigen Last f√ľr ihn. Ob er all die Dinge ben√∂tigt, die er mit sich herumschleppt, sei einmal au√üen vorgelassen. Viele Menschen verhalten sich in Bezug auf ihre Finanzen allerdings exakt wie in diesem Spiel. Sie packen ihren ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú randvoll und b√ľrden sich immer mehr Zahlungsverpflichtungen auf. Diese Zahlungsverpflichtungen sind wie Steine in ihrem Rucksack. Sie machen ihn immer schwerer und schwerer. Und doch macht es (ihnen) die Werbung sehr leicht, immer wieder neue Dinge zu finden, die ja eigentlich auch noch mit in den Rucksack m√ľssen. Ihren ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú k√∂nnen sie jedoch nicht ablegen. Er begleitet sie auf Schritt und Tritt. W√§re der ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú real und jede Zahlungsverpflichtung w√§re tats√§chlich ein Stein, w√ľrde vielen Menschen auffallen, welch gro√üer Last sie da eigentlich schultern m√ľssen. Sie w√ľrden auch feststellen, dass sie sich nur unter gro√üer Anstrengung mit ihrem ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú fortbewegen k√∂nnen. Jedoch ist der ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú leider nicht real und so m√ľssen wir uns unserer Vorstellungskraft bedienen, um diese Metapher zu verstehen. 

Diese Metapher soll Dir einen ganz wichtigen Punkt verdeutlichen.

Die Zahlungsverpflichtungen, die Du eingehst, belasten Dich (im wahrsten Sinne des Wortes). 

Es gibt nur zwei Kostenarten, die allerdings v√∂llig unterschiedlich sind. Man unterscheidet zwischen fixen und variablen Kosten. Hierbei kann Dir eine falsche (oder noch schlimmer, gar keine) Bewertung Deiner Kosten teuer zu stehen kommen. 

Fixe Kosten sind (wie es der Name schon sagt) fix. Es sind sich regelm√§√üig, meist monatlich, wiederholende und feststehende Kosten. Darunter fallen bspw. die Miete, Kosten f√ľr den Handyvertrag, Versicherungen und so weiter. Diese Kosten fallen aufgrund von langfristig eingegangenen Vertr√§gen an. So sind es bei Deinem Handyvertrag in der Regel zwei Jahre, die der Vertrag l√§uft. Diese Kosten fallen nicht nur regelm√§√üig an, sondern sind von Dir auch nur mittel- bis langfristig beeinflussbar. Wenn Du nicht wei√üt, was ich meine, dann versuch mal vor Ablauf der Vertragsdauer einen Handyvertrag nicht mehr zu bezahlen. Dar√ľber hinaus fallen die Kosten grunds√§tzlich auch unabh√§ngig von Deiner Nutzung an. Du kannst drei Wochen im Urlaub sein und bezahlst dennoch die volle Miete f√ľr Deine Wohnung, obwohl Du sie in der Zeit gar nicht nutzt. Immer mehr Unternehmen steigen auf Vertr√§ge mit monatlichen Kosten um, da sie mit regelm√§√üigen Einnahmen besser arbeiten k√∂nnen. Das Angebot f√ľr langfristige Vertr√§ge wird zuk√ľnftig also noch weiter steigen. Neben der Miete, dem Handyvertrag und die Kosten f√ľr Versicherungen, fallen mir noch Kosten f√ľr das Fitnessstudio, Amazon Prime, Spotify, Netflix, Ratenk√§ufe jeglicher Art, Audible, Zeitschriftenabonnements, Playstation Plus sowie Strom- und Gasvertr√§ge ein. Vielleicht fallen Dir noch weitere Angebote ein. Ich will damit nur sagen, dass es viele Angebote gibt, die uns in der Summe zu hohen fixen Kosten verleiten (k√∂nnen).

Variable Kosten hingegen sind Kosten, die an Deinen tats√§chlichen Verbrauch gekoppelt sind. Darunter fallen grunds√§tzlich alle Kosten, die keine Fixkosten sind. So sind bspw. Kinobesuche, ein Urlaub, Benzin f√ľr Dein Auto, der Restaurantbesuch nutzungsabh√§ngige Kosten. Bei diesen Kosten hast Du einen direkten Einfluss. M√∂chtest Du das Angebot nutzen, bezahlst Du daf√ľr; m√∂chtest Du es nicht, zahlst Du nichts. 100% Kontrolle. 

Das Problem ist nun, dass viele Menschen (viel) zu hohe Fixkosten haben. Eine teure Wohnung, das neue iPhone im Vertrag, dazu ein finanziertes Auto und so weiter. Diese Fixkosten sind die Zahlungsverpflichtungen, die sich wie Steine in deinem ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú anf√ľhlen. Deren ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú ist prall gef√ľllt. Das Einkommen dieser Personen ist zu einem gro√üen Teil bereits ausgegeben, bevor sie es √ľberhaupt auf ihrem Konto haben, um ihre Fixkosten zu bezahlen. 

Greifen wir die Metapher von vorhin noch einmal auf. Das Leben ist voller √úberraschungen und manchmal bietet das Leben M√∂glichkeiten, wenn Du schnell handelst. Um ein Unheil von Dir abzuwenden, kann das Leben auch mal Spr√ľnge √ľber Abgr√ľnde oder einen Sprint von Dir erfordern. Wenn Dein ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú allerdings prall gef√ľllt ist und Du Dich nur so fortbewegen kannst, kannst Du Dir vorstellen, wie flexibel Du auf die Gegebenheiten des Lebens reagieren kannst. Das Ziel war es Geld anzuh√§ufen, was Du allerdings angeh√§uft hast, sind Zahlungsverpflichtungen. Dein ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú raubt Dir Deine M√∂glichkeit, Chancen wahrzunehmen und bringt Dich zudem in gro√üe Gefahr, zahlungsunf√§hig zu werden. 

Viele langfristige Vertr√§ge sind jedoch sehr reizvoll und statt f√ľr ein iPhone sofort fast 1.000‚ā¨ hinzulegen, juckt es einem wirklich in den Fingern, dieses bereits f√ľr 40‚ā¨ zu erhalten. Zwar werden diese 40‚ā¨ die n√§chsten 24 Monate gezahlt, aber das verdr√§ngt man gerne einmal. Durch das Internet, eben solche Vertr√§ge, Tinder und co. ist ein gesellschaftlicher Wandel durchzogen worden. Es geht heute nur noch um schnellstm√∂gliche Bed√ľrfnisbefriedigung. Wir haben jegliche Geduld verloren. Filme lassen sich per Klick zu jeder Uhrzeit gucken, um einen Partner zu finden, braucht man nicht einmal mehr die eigene Wohnung zu verlassen. Alles passiert sofort. Wer hat da noch Lust, auf etwas hinzusparen? Vor allem bei solch niedrigen Zinsen? Fast 1.000‚ā¨ eben an der Kasse zu zahlen, f√§llt vielen schwer, einen 24-monatigen Vertrag √ľber 40‚ā¨ monatlich abzuschlie√üen hingegen nicht. Besonders junge Menschen, die keine anderen Zeiten kennen, sind gef√§hrdet. Diese Entwicklung beschert uns einen immer gr√∂√üeren kurzzeitigen Wohlstand, aber sie hat viele negative Auswirkungen. Dieser Wohlstand h√§lt n√§mlich leider nicht lange an und danach fallen diese Personen tief. Allein die finanziellen Auswirkungen sind verheerend. 

Schuldenfalle: Fixe Kosten

Der MDR berichtet, dass Sch√§tzungen zufolge im Jahr 2018 in Deutschland rund 1,66 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 30 nicht mehr in der Lage sind, ihre R√ľckzahlungsverpflichtungen durch ihr Einkommen zu bezahlen. Das ist nahezu jeder Zehnte in der Altersspanne. Als ich das gelesen habe, war ich schockiert. Jeder zehnte junge Erwachsene startet hoffnungslos √ľberschuldet ins Leben. Junge Menschen gehen langfristige Vertr√§ge ein, die sie sich in der Summe √ľberhaupt nicht leisten k√∂nnen. Nat√ľrlich kommt der gesellschaftliche Druck hinzu, dass die Freunde jeweils ein iPhone besitzen und sich eben jene teuren Luxusartikel g√∂nnen. In den sozialen Medien werden sie auch glorifizierend zur Schau gestellt. Doch es geht hier um Dein Leben, welches Du Dir damit nachhaltig verbaust (oder sollte ich versaust sagen?). Mir geht es nicht darum, dass Du Dir nichts mehr leisten sollst, sondern darum, dass Du Dich sensibilisierst und die Auswirkungen Deines Handelns ber√ľcksichtigst. 

Doch Du kannst Dir auch Luxus leisten, ohne in die Fixkostenfalle zu tappen. Dar√ľber hinaus kannst Du dabei sogar noch Geld sparen. Das klingt schon fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Keine Sorge, ich beliebe nicht zu scherzen. Ich zeige Dir, wie das geht.

Das nachfolgende Beispiel ist nur eins von sicherlich vielen M√∂glichkeiten, wie Du fixe Kosten in variable Kosten umwandeln kannst, somit wieder die volle Kontrolle √ľber Dein Geld erlangst, keine weiteren Steine in Deinen ‚ÄěFinanz-Rucksack‚Äú legst und sogar weniger Geld f√ľr Luxus bezahlst. Ein viel besserer Umgang mit Deinen Finanzen w√§re es, niedrige Fixkosten zu haben und sich den Luxus √ľber variable Kosten zu g√∂nnen. Dadurch beh√§ltst Du die volle Kontrolle und hast auch einen gr√∂√üeren Nutzen von Deinem Luxus. 

Wie Timo und Finn mit fixen Kosten umgehen

Wie? Ich zeige es Dir am Beispiel des deutschen liebsten Kindes, das Auto.

Finn und Timo sind gute Freunde und beide haben eine Vorliebe f√ľr Autos. Beide sind der Meinung, dass Autofahren mehr als nur ein von A nach B kommen ist und wollen beim Fahren Spa√ü haben. Die Ausgangslage ist f√ľr beide also die Gleiche. 

Timo kauft sich einen neuen Golf 7 und bezahlt monatlich insgesamt 700‚ā¨ f√ľr seinen Wagen. Finn hingegen kauft sich einen gebrauchten Polo und bezahlt daf√ľr monatlich insgesamt 300‚ā¨. Die Kosten des jeweiligen Autos beinhalten die Finanzierung sowie Steuern und Versicherungen und sind auf vier Jahre gerechnet. 

Auf den ersten Blick scheint es so, als w√ľrde Finn seine Vorliebe f√ľr Autos nicht ausleben wollen bzw. k√∂nnen. Doch schauen wir erst einmal, wie die Geschichte weiter geht, bevor wir uns ein Urteil erlauben. Timo erf√§hrt, dass Finn sich einen alten Polo gekauft hat. Er will die Gelegenheit nutzen und Finn mal so richtig vorf√ľhren. Er l√§dt Finn f√ľr Samstag in drei Wochen ein, sich zu treffen und ein paar Runden mit den Autos zu drehen. Voller Vorfreude poliert Timo am Freitag noch sein Auto und steht bereits 30 Minuten vor der vereinbarten Zeit beim Treffpunkt. Gen√ľsslich trinkt er aus seiner Energy Dose und wartet auf Finn. Als Timo ihn auf sich zufahren sieht, f√§llt ihm vor Schreck die Energy Dose aus der Hand. Die Dose geht zu Boden und der zuckerhaltige Inhalt verteilt sich auf die hochwertigen 19-Zoll Alufelgen seines Golfs, die er gestern noch m√ľhsam mit der Hand f√ľr diesen Moment ges√§ubert hat. Was war geschehen? Timo hatte Finn in seinem alten Polo erwartet und wollte ihn den ganzen Tag √ľber wegen seines ‚Äěneuen‚Äú Gef√§hrts aufziehen. Im strahlenden Sonnenschein fuhr Finn jedoch in einem 6er Coup√© von BMW vor und Timo vor Schreck in sich zusammen. Wie hat Finn das gemacht?

Finns Polo kostet ihn monatlich nur 300‚ā¨. Nat√ľrlich hat Finn damit kaum Fahrspa√ü. Doch wer hat morgens im Stau auf dem Weg zur Arbeit √ľberhaupt Fahrspa√ü? Wer hat im Winter auf dem Weg den Wocheneinkauf zu erledigen Fahrspa√ü? Finn hat sich den Polo als Mittel zum Zweck gekauft. Damit hat er sein finanzielles Wissen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wenn er jetzt mal Lust auf Fahrspa√ü hat, dann f√§hrt Finn keinen Golf 7, sondern er mietet sich aus einer Vielzahl von Sportwagen denjenigen, auf den er Lust hat. An jenem Samstagvormittag fiel seine Wahl auf einen BMW 6er Coup√© f√ľr 220‚ā¨ am Tag. Als Alternative hatte er einen Maserati Ghibli f√ľr 200‚ā¨ am Tag in Erw√§gung gezogen. Anhand der Reaktion von Timo kannst Du Dir sicherlich denken, dass diese Sportwagen einen wesentlichen gr√∂√üeren Fahrspa√ü bieten als ein Golf 7. Timo und Finn sind dann den Tag √ľber nat√ľrlich mit dem BMW gefahren und haben die Golf 7 Fahrer freundlich von der linken Spur aus gegr√ľ√üt. Beide hatten viel Spa√ü und werden sich noch lange an den Tag erinnern. 

Wieso verhalten wir uns nicht wie Finn und halten unsere Fixkosten niedrig? Luxus k√∂nnen wir uns dann √ľber variable Kosten g√∂nnen. Dies k√∂nnen wir dann auch so steuern, dass wir den gr√∂√ütm√∂glichen Nutzen aus unserem Luxus ziehen k√∂nnen. Dar√ľber hinaus hat Finn noch einen psychologischen Effekt zu seinem Vorteil genutzt. 

An materiellen Besitz gewöhnen wir uns innerhalb von drei Monaten

Das hei√üt, dass der positive Effekt eines Kaufs dann verblasst. Diese Feststellung haben neben dem Schweizer √Ėkonom Bruno Frey und dem US-Psychologen Philip Brickmann bereits eine Vielzahl weiterer Wissenschaftler gemacht. Erlebnisse hingegen bleiben unvergessen. So kann Finn immer wieder aufs Neue ein anderes Auto mieten und Erlebnisse schaffen, wohingegen Timo diese finanzielle M√∂glichkeit nicht hat und sich bereits nach drei Monaten an seinen Golf 7 gew√∂hnt hat. 

Betrachten wir Finns Vorgehensweise einmal genauer. F√ľr die Differenz von 400‚ā¨ monatlich k√∂nnte er sich fast jeden Monat einen Samstag und Sonntag den BMW anmieten und seinen Fahrspa√ü voll ausleben. Auch hat er die M√∂glichkeit, das Geld f√ľr ein noch besseres Auto oder f√ľr andere Dinge zu sparen. Sollte es ihm finanziell einmal schlechter gehen, so kann er auch erst einmal nur mit seinem Polo fahren, um seine Kosten auf ein Minimum zu halten. Timo kann seine Kosten f√ľr seine Vorliebe f√ľr Autos nicht so einfach reduzieren. Dar√ľber hinaus kann Finn den Herbst und Winter √ľber sparen. In diesem Zeitraum ist das Autofahren ohnehin nicht so unterhaltsam wie im Fr√ľhling und Sommer. Wenn er ein halbes Jahr lang das Geld spart, h√§tte er 2.400‚ā¨ und k√∂nnte damit eine ganze Woche den BMW mieten, zusammen mit Timo quer durch Deutschland oder Europa fahren und h√§tte sogar noch ein Taschengeld von √ľber 860‚ā¨ √ľbrig! 

Timo und Finn geben gleich viel f√ľr ihren Fahrspa√ü aus, wobei Finn aus seinem Geld einen viel gr√∂√üeren Nutzen ziehen kann.

F√ľr mich ist Finn ein Vorbild. Er hat die volle Kontrolle √ľber seine Kosten und g√∂nnt sich von seinem Geld den jeweiligen Nutzen, den er haben m√∂chte. Sich etwas zu g√∂nnen, im Hier und Jetzt zu leben und Luxus zu konsumieren, steht nicht im Widerspruch dazu, finanziell intelligent zu handeln. Denn es gibt immer die M√∂glichkeit, finanziell intelligent zu handeln und so meist sogar einen noch h√∂heren Nutzen durch sein Geld zu erzielen.

Ich hoffe, ich konnte Dir damit aufzeigen, wie fixe und variable Kosten funktionieren und welche Steuerungsm√∂glichkeiten Du dank einer cleveren Kostenverteilung hast. Fixe Kosten stellen eine gro√üe Gefahr dar und sollten daher ausschlie√ülich mit Bedacht eingegangen werden. 

Ich empfehle Dir, dass Du einmal Deine monatlichen Fixkosten √ľberpr√ľfst. Liste sie auf und schaue, wie hoch Deine Fixkosten sind. Je mehr diese von Deinem Einkommen beanspruchen, desto st√§rker schr√§nken sie Dich in Deiner finanziellen Flexibilit√§t ein.

Fixe Kosten in variable Kosten umwandeln!

Ich hoffe, dass Dir mein Beispiel helfen kann, weitere Optimierungspotenziale in Deinen Fixkosten zu finden. Du kannst dabei nach folgender Systematik vorgehen und Sparpotenziale identifizieren. Stelle Dir die nachfolgenden Fragen zu Deinen Fixkostenpunkten:

  1. Welches grundlegende Bed√ľrfnis erf√ľllt der Fixkostenpunkt?
  2. Erhalte ich √ľber die Bed√ľrfniserf√ľllung hinaus einen Luxus?
  3. Kann ich Luxus und Bed√ľrfnisbefriedigung voneinander trennen und den Luxus durch variable Kosten erreichen?

Timo k√∂nnte mithilfe dieser Fragen seine Fixkosten f√ľr sein Auto systematisch senken. Er k√∂nnte sich die Fragen wie folgt beantworten:

Zu 1: Ich benötige ein Auto, um zur Arbeit zu kommen. Zudem bin ich mit meinem Auto mobil.

Zu 2: Ich fahre einen Golf 7. Es macht Spaß, diesen zu fahren und der Wagen sieht gut aus.

Zu 3: Ich kann einen g√ľnstigeren Wagen fahren, um mein Bed√ľrfnis zu erf√ľllen und mir wie Finn den Fahrspa√ü (Luxus) √ľber die Mietung eines Sportwagens holen.

Noch einfacher findest Du Optimierungspotenziale, indem Du fixe Kosten einfach unmittelbar durch variable Kosten ersetzt. Ich kann Dir hier ein Beispiel aus meinem Leben geben. Was Sport angeht bin ich bez√ľglich meines Sportprogramms gerne flexibel. Es gibt Zeiten, in denen ich lieber regelm√§√üig Laufen als in ein Fitnessstudio gehe. Es gibt auch Zeiten, in denen ich Sport etwas schleifen lasse oder eine Zeit lang eine andere Sportart ausprobiere. Einen Vertrag im Fitnessstudio w√ľrde ich nicht immer voll ausnutzen k√∂nnen. Daher habe ich mir im Jahr 2014 einmal f√ľr ca. 400‚ā¨ ein kleines Fitnessstudio f√ľr Zuhause gekauft. Dieses ist seitdem vier Mal mit mir umgezogen und hat von einem 35m¬≤ Raum bis hin zu einem Keller mit 2,2m Deckenh√∂he vieles gesehen. 

Durch die eigenen Fitnessger√§te spare ich viel Geld f√ľr einen Vertrag mit einem Fitnessstudio und kann, wann immer ich m√∂chte, von Zuhause aus trainieren. Die 400‚ā¨ am Anfang zu bezahlen, erscheint erst einmal viel, doch wenn ich seitdem den Mitgliedsbeitrag f√ľr ein Fitnessstudio bezahlt h√§tte, w√ľrde ich bereits jetzt schon weitaus mehr Geld ausgegeben haben.

Ich verstehe nat√ľrlich, dass diese M√∂glichkeit nicht f√ľr jeden in Frage kommt; es soll Dir nur eine Anregung sein, wie auch Du aus Deinen Fixkosten variable Kosten machen kannst. 

Ich hoffe Dir hat dieser Artikel gefallen und du konntest einen Mehrwert raus ziehen. Schau doch auch gerne mal auf meiner Website vorbei. Du findest sie unter www.wohlstandsoffensive.de.

Dort findest Du weitere hilfreiche Tipps und Tricks √ľber finanziell intelligentes Handeln sowie eine kostenlose Verm√∂gens√ľbersicht.

Stay Hungry 

Nils 

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